Workshop Meran im Ersten Weltkrieg

Meran im Ersten Weltkrieg

1914 - und dann? Wir kennen den Verlauf des „Großen Krieges“, die Siege und Verluste auf den Schlachtfeldern Europas und darüber hinaus; seltener spricht man über die Kriegserfahrung der Menschen abseits der Front. Doch Geschichte wird vielfach erst im Kleinen tatsächlich greifbar. In den vergangenen Maiwochen beschäftigten sich verschiedene Klassen des Trienniums (4A/so, 4B/so, 4H/sob, 5D/ku) unter der Leitung von Lehrperson Lisa Barbacovi mit dem Schicksal des Meraner Bürgertums im Ersten Weltkrieg. Ziel des Workshops war es, neben dem Sachwissen zur sog. „Heimatfront“ in Meran auch ein Gespür für Quellenkritik als wesentliches Handwerk der Geschichtswissenschaft zu vermitteln. Der Erfahrungsbericht von Mara aus der Klasse 4B/so gibt einen Einblick in die Veranstaltung.

Am Freitag besuchte uns Frau Lisa Barbacovi und hielt einen interessanten Workshop zum Thema „Meran im Ersten Weltkrieg“. Sie erklärte uns, wie sich der Krieg auf Meran und die Menschen vor Ort auswirkte.

Besonders spannend waren die verschiedenen historischen Quellen, mit denen Frau Barbacovi arbeitete. Sie brachte unter anderem alte Zeitungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs mit. Daran konnte man sehen, wie damals über den Krieg berichtet wurde und dass manche Stellen zensiert waren.

Ein wichtiger Teil des Vortrags war Albert Ellmenreich, der Chefredakteur der Meraner Zeitung. Durch seine Fotos, Tagebücher und gesammelten Zeitungsartikel wissen wir heute viel über die Situation in Meran während des Krieges.

Frau Barbacovi erzählte auch von den Problemen an der Heimatfront: Hunger, Materialmangel, Requirierungen und die Tatsache, dass immer mehr Männer in den Krieg ziehen mussten. Nach dem Kriegseintritt Italiens 1915 wurde Meran zum Operationsgebiet, der Tourismus ging stark zurück und die Belastung für die Bevölkerung wurde immer größer.

Der Workshop war sehr interessant, weil wir nicht nur allgemeine Informationen über den Ersten Weltkrieg bekamen, sondern erfuhren, wie sich der Krieg konkret auf Meran und die Menschen vor Ort auswirkte. Besonders die alten Zeitungen und die vielen Beispiele machten das Thema anschaulich und lebendig.